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… war die Dunkelheit …
°descriptio°:
Licht erhellt.
Im Verlauf meiner lichtbildartistischen Bemühungen habe ich mir – wie wohl jeder, der eine Knipskiste benutzt – die aufdringlich immer wiederkehrende Frage gestellt, wie ich es anstellen kann, damit ich genug Licht beim Knipsen habe. Und wie jeder andere auch, empfand ich „geblitzdingste“ Fotos einfach nur als unansehnlich.

Die ersten Makroaufnahmen mit Bilderserien, bei der die jeweiligen Tiefenschärfebereiche zu einem Foto zusammen geführt wurden, hatte ich mit einem Handbaustrahler am Küchentisch belichtet. So sehen die Bilder auch aus … 😳
Meine ersten ernsthaften Versuche mit einer Taschensonne (einem Aufsteckblitzgerät) machte ich dann gezwungenermaßen draußen im Feld bei der Insektenfotografie. Denn mit dem Tamron 70-300 TeleMakro und der Raynox 150 Lupe konnte ich bei extrem geschlossener Blende bestenfalls ein nur schwarzes Foto in den Kasten bekommen. Selbst bei einer Belichtungszeit von gewagten 1/60 sec. (aus der Hand), einer Offenblende von „nur“ f11 und ISO 1000 war das Ergebnis deutlich unter dem, was ich mir vorgestellt hatte. Schon allein die Blende war nicht ausreichend, um nur annähernd einen halbwegs ansehnlichen Tiefenschärfebereich mit ausreichender Belichtung abzubilden.
Zusammengenommen konnte ich mit der Konstellation kein ansehnliches Abbild eines kleinen Insekts erzeugen. Auch nicht mit vermeintlich ausreichendem Sonnenlicht. Denn Insekten tummeln sich zumeist nur ungern in den prallen Sonne. Und im Schatten ist es dunkel.
Um Licht ins Dunkel zu bekommen, nahm ich meinen historischen METZ Aufsteckblitz, den ich im April 1987 zusammen mit meiner analogen Ricoh Spiegelreflexkamera anlässlich eines 5-wöchigen Amilandurlaubs erworben hatte, und zündete den manuell mit voller Leistung. Das hat geholfen.
Makrofotos mit nur einem Aufsteckblitz, der direkt frontal ausreichend Lichtmenge abgibt, waren dann zwar wirklich gut belichtet. Aber sahen irgendwie auch wieder zu „flach“ aus. So wie geblitzte Fotos eben aussehen. Die Kontraste fehlten: die Wirkung von Licht und Schatten in den Oberflächen der Motive.


Der Effekt war nicht bei allen Fotos so. Die Wanze und die Heuschrecke hab ich mit dem aufgesteckten Blitz schon gut getroffen.

Auf dem Bild ist der aufgesteckte Metz erkennbar. Das um den Reflektor gelegte Gummiband sollte eigentlich als Antirutsch-Gummierung dienen, um einen Diffusor möglichst dauerhaft zu halten. Diffusoren nehmen aber auch etwa 2 Blendenstufen Licht in Anspruch. Draußen im Feld zählt bei den Insekten aber zumeist jede zu verschließende Blendenzahl. Man hat nur einen „Schuß“ und keine Zeit, noch experimentell da rumzueiern und womöglich die lieben Kleinen auch noch mit netten Worten und Leckerlis auf die bevorstehende Situation einzustimmen.
Das muss doch auch anders gehen, dachte ich mir und kaufte mir das sehr preiswerte und ganz einfach zu bedienende Aufsteckblitzgerät Neewer TT560 dazu. Den Neewer nahm ich als entfesselten Blitz und positionierte den im Feld dort, wo ich nannehmen durfte, dass seine Lichtmenge und die Richtung auch passen könnte. Die anfänglichen Versuche berschränkte ich mangels Erfahrung auf geduldige Exemplare von Wanzen, neugierigen Heuschrecken oder schläfrigen Käfern.
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …

