Panorama-Fotografie

Panorama-Fotografie

°beschreibung °:

Der Rückblick

Anlässlich eines bevorstehenden USA-Aufenthalts im Mai 1989 ging ich zum örtlich ansässigen Fotofachhändler „Foto-Hamer“ nach Recklinghausen und erwarb dort nach netter und kompetenter Beratung eine analoge RICOH Spiegelreflexkamera nebst zwei passenden Objektiven mit UV-Filtern, ein paar Filmrollen und einer nach heutigen Verhältnissen winzigen Fototasche. Digitale Bildaufnahmetechniken waren damals für Otto Normal weder verfügbar und wenn, dann schlicht unerschwinglich. Mit meiner üppigen Ausrüstung hat man mich dann ins Flugzeug (in dem man während des 8-stündigen Hin-  bzw. 12-stündigen Rückluges noch ordentlich paffen durfte) und unbehelligt über die Staatsgrenzen gelassen. Heute ist das etwas komplizierter und treibt mich keinesfalls zur Wiederholung des Experiments. Schon gar nicht in den USA. Dort hatte ich dann meine Eindrücke der Tour, die mich mit einem Wohnmobil quer durch den Kontinent knapp 5.000 km von der Ostküste ab New York bis zur Westküste nach Los Angeles führte, versucht in Bildern aufzunehmen. Seinerzeit hatte ich keinen Plan von der fotografischen Materie. Und hatte deshalb auch mehr oder weniger nur geknipst. Mit Urlaubsbildern aus einem fremden Land, das kaum jemand kennt, ist das aber kein Problem. Die Fotos sehen schon allein deshalb toll aus, weil sie etwas zeigen, was man hierzulande nicht sehen kann. Ich denke dabei wehmütig an den Grand Canyon, der aufgrund seiner unvorstellbaren Ausmaße zu Recht so heißt und dessen Name sogar noch untertrieben ist und mir einfach nur den Atem geraubt hatte, weil ich plötzlich bemerken musste, wie klein und unbedeutend ich als Mensch doch eigentlich bin.

 

Anders verhält es sich mit Motiven, die man hier in seinem gewohnten Umfeld knipst und die sowieso eh schon jeder kennt. Dann muss man sich schon mal was Neues einfallen lassen, um Bekanntes so aussehen lassen zu können, dass es nicht mehr direkt als bekannt erkannt wird. Dann wird’s natürlich für einen selbst interessant. Aber nur hinsichtlich der Überlegung, WIE man was interessant aussehen lassen kann. Und weil ich meinen Lebensunterhalt mit anderen Tätigkeiten bestritten habe, blieben für solchen Gedanken und Überlegungen nur sehr wenig Platz. Knipsen war also erst mal nur ein gelegentliches Hobby, für das ich dann die für einen ernsthafteren Vorantrieb erforderlichen finanziellen Mittel und schon gar keinen Zeitaufwand investieren wollte. Ich hätte auch gar nicht gewusst, in WAS man denn so alles sein Erspartes reinpumpen kann. Musik machen war damals schon zeitaufwändig kostspielig genug für mich. Was im Auge des Betrachters liegt, denn andere kaufen sich von ihrem Ersparten dann lieber ’n Porsche oder so.

 

Irgendwann hat dann Kumpel Ludger „Luddy“ Pötter, seineszeichens tüchtiger Installateur mit Auszeichnung und ambitionierter Keyboarder unserer damaligen Kapelle, ein Weib aus dem Sauerland geehelicht. Ich wurde auch zur Hochzeit eingeladen. Und nahm spasseshalber mein Knipsgerät mit. Die Party fand an verschiedenen Örtlichkeiten statt. Und ich hab einfach mal versucht, das zu knipsen, was so kam. Die Motive haben es hergegeben. Und weil ich einen tiefen Bezug zu den Menschen hatte, die ich da so vor die Linse bekam, haben die Bilder (immer noch) für mich eine ganz besondere Bedeutung. Die Ausstrahlungskraft der fotografierten Momente und Menschen haben mich, während ich die Bilder nach der damals schon sündhaft teuren Express-Entwicklung in das Album geklebt und beschriftet hatte, zutiefst bewegt und gerührt. Interessanterweise haben das dann auch alle nachfolgenden Betrachter genauso empfunden, als das Buch die Runde machte, und ich wurde überraschenderweise für mein eigentlich dilettantisches Knipsen gelobt.

 

Ein Versicherungsfuzzi aus dem Bekanntenkreis plante dann später auch seine Hochzeit. Wollte aber aus Kostengründen auf einen Profi-Fotografen verzichten. Er erinnerte sich an Luddy’s Hochzeit und fragte mich, ob ich auch sowas Schönes für ihn machen könnte. Ich sollte dann aber mit SEINER Knipkiste hantieren. Irgendso’n Canikonscheiß, mit dem ich rein gar nichts anfangen konnte. Das Ding muss damals schon irrre teuer gewesen sein. Dann muss die natürlich auch die perfekten Aufnahmen machen können. Dachte sich der dekadente Versicherungsheinz und ich Blödmann nahm die Einladung an. Gab ja auch was zu picken bei der Party. Nur Stimmung kam nicht in die Bude. Die blieb draußen. Das machte die Sache für mich natürlich nicht einfacher. Denn wie soll man etwas fotografieren, was gar nicht da ist. Der Versicherungshorst war natürlich schlußendlich „not amused“ über meine Ausbeute und das Ergebnis. Ich auch nicht. Nur MIR war das egal. Ich hatte weder Bezug zu den Leuten und auch nicht zu der drögen Situation. Und mir wurde damals schon deutlich klar, dass ich KEINESFALLS Hochzeitsfotograf werden könnte. Noch nicht mal gelegentlich für kostenlos und halbwegs verdauliches Schickimickiefraß. Nachfolgende Anfragen in dieser Sache hatte ich dann freundlich aber bestimmt zurückgewiesen. Soll’n sich die Leute jemanden kaufen, der das für sie macht. Wenn derjenige seinen bezahlten Auftrag nicht erfüllt, muss er damit rechnen, daß man ihn anscheißt. Aber nicht mich.

 

Mein Interesse am Knipsen ruhte dann. Zwischendurch mal ein paar Bilder von der Kapelle. Aber sonst ergab sich da nichts, was mein Interesse hätte wecken können. Ich hatte auch kein besonderes Augenmerk auf dieses freizeitgestaltende Genre gelegt. Zumal man die analogen Filme ja seinerzeit zum Entwickeln bringen musste. Und das war mir schlichtweg zu teuer. Nur während meiner Selbstständigkeit als Bau- und Möbeltischler hatte ich die analoge Knipse anfangs bemüht, um meine Produkte für  so’ne Art Werbekatalogbuch zu verewigen.

 

Als ich dann selbst verheiratet war und zusehen musste, dass es durchs Dach nicht reinregnet, war die Kohle natürlich ständig knapp. Und an analoge Fotografie mit den entsprechenden Folgekosten nur aus Spaß gar nicht zu denken. Es gab wohl schon mittlerweile Discount-Angebote verschiedener Dienstleister. Aber ich hatte tatsächlich keinen Spaß daran gehabt, ein Foto, das ich aus der Laune und Situation heraus als klassischen Schnappschuß (falls der denn mit meiner Knipskiste möglich gewesen wäre) auch NACH der Entwicklung noch so lustig zu fnden wie im Moment des eigentlichen Geschehens. Deshalb habe ich kein Familienfotoalbum.

Schade eigentlich. Heute vermisse ich das …

 

Zwischendurch hatte ich dann eine von diesen kleinen und bereits digitalen Aldi-Knipskisten zu einem schon recht erschwinglichen Preis bekommen. Weil ich bereits viel am PC hantiert hatte, kam mir die neue und mittlerweile fast schon erschwingliche digitale Bildtechnik gerade richtig. Die hatte nur kontrollierte Folgekosten bei ausgewählten und gewünschten Abzügen. Aber man musste nicht sofort den ganzen Film entwickeln lassen, um (viel später) sehen zu können, was man da so geknipst hatte. Für Baustellendoku war das Ding perfekt. Und weil zu der Zeit bereits schon viel mit E-Mail versendet werden konnte, war’s umso praktischer für eine fast schon in Echtzeit stattfindende Kommunikation. Das kleine Knipsdings wurde mir dann leider bei einem Autoeinbruch geklaut. Die damit gemachten Bilder sind aufgrund eines PC-Hardwaredefekts allerdings schon lange im Daten-Nirvana. Eine Datenrettung hätte mir zwar die Fotos vermutlich und vielleicht zu einem Teil dann wiedergebracht, mich dabei dann aber auch arm gemacht. Daraus hatte ich natürlich gelernt und in Sicherheitskopienträger investiert. Aber auch festgestellt, dass ein zeitloses Fotoalbum als Buch zwar etwas mehr Platz wegnimmt und bei ungünstigen Bedingungen lediglich absaufen oder verkokeln kann, aber wie eine Festplatte löschen kann man so ein Buch nicht.

 

Am 18. Februar 2011 hatte ich nach langer Recherche im Internetz über Amazon eine digitale Pentax K-7 Spiegelreflexkamera mit zwei Kit-Objektiven bestellt. Das Ding hat – obwohl es bereits den verbesserten und erfolgreichen Nachfolger (die K-5) gab, für mich immer noch ein Vermögen gekostet. Mit der Knipse – nunja, eigentlich ist es tatsächlich eine richtige Kamera – bin ich seitdem unverändert unterwegs. Nur ein bischen mehr Zubehör hat sich im Laufe der Zeit angesammelt. Weil ich zwischenzeitlich mein musikalisches Hobby vollständig und ersatzlos an den Nagel gehangen hatte (oder beser: von anderen hängen ließ) und dann irgendwann begonnen hatte, mich Dank des Internetzes wieder etwas näher mit bildgebenden Verfahren zu beschäftigen. Also mit den unterschiedlichen Spielarten der Fotografie.

 

Dazu gehört auch die

Panorama-Fotografie

Der Anfang

Mich haben während meiner Internetz-Erkundungen viele fotografische Spielarten fasziniert, die andere bereits erfolgreich bis zur Perfektion getrieben haben. Für mich bestand nie der Anspruch, diesen Leuten jemals das Wasser reichen zu wollen. Aber ich wollte wissen, ob ich das, was ich als interessant für mich entdeckte hatte, auch so hinbekommen könnte. Natürlich immer in dem Bewusstsein, dass mein Equickmänt ja nun mal nicht ALLES hergibt, was man für technisch einwandfreie Fotos braucht. Aber das war mir immer schon lotti, weil ich nicht vorhatte, meine Brötchen damit verdienen zu wollen. Das geht nur mit zeitgemäßem und vor allem qualitativ hochwertigem Werkzeug.

 

Oder anders formuliert: der gelegentliche Heimwerker, nimmt den blauen BOSCH Akkuschrauber, der Profi kauft die grüne Serie. Beide Maschinen machen prinzipiell das Gleiche: schrauben und bohren. Nur die Grüne Serie hält länger. Weil da eben die besseren Werkstoffe drin verarbeitet sind und den gewerblichen Dauereinsatz wesentlich länger überstehen. Ob sich das heute – bei BOSCH – noch so verhält, entzieht sich allerdings mittlerweile meiner Kenntnis. Mein Mikrowellenbackofen aus dem Jahr 1980 wiegt knapp 30 kg und hat damals irgendwas um die 1.000 DM gekostet. Das Ding wurde aber – bei guter Pflege und sachgerechtem Gebrauch – für auf Ewig gebaut. Ich weiss von Leuten, die haben wohl mittlerweile die 6. oder 8. Mikrowelle zum örtlichen Sammelentsorger gebracht. Die neuen Dinger sind heute ja auch unglaublich günstig zu bekommen. Aber irgendwie ist das schon schräg, dass man sich direkt nach Ablauf der Garantiezeit aufgrund eines vom Hersteller bewusst eingebauten Defekts dann wieder ’ne Neue kaufen MUSS, weil die Reparaturkosten den Kaufpreis definitiv übersteigen. Ob das die Haushaltskasse schont ist für mich fraglich. Im Endeffekt zahlen die Leute wohl innerhalb von 25 Jahren dann doch mehr für 10 neue Mikrowellen als ich einmalig für nur eine, die zudem noch länger leben wird als alles, was jetzt auf den Markt ge- und verschleudert wird.

 

Mit fotografischem Equickmänt verhält sich das bei verschiedenen Marktteilnehmern wohl so ähnlich. Allerdings verticken die ganz Großen der Branche ihre Konsumenten-Knipskisten in den lustigsten und unlustigsten Ausführungsvarianten, zwischen denen man als Nicht-Eingeweihter und Nicht-Wissender gar nicht in der Lage ist, für sich festzustellen, welches Gerät denn nun auch das richtige für einen zu sein scheint. Da helfen auch diese unterhaltsamen Kaufberatungsseiten nicht weiter, weil sich daraus keinerlei ernsthaft zu nehmenden kaufentscheidenden Details entnehmen lassen, sondern lediglich technische Vergleiche des Innenlebens bieten, die ohnehin witzlos weil mittlerweile bei allen derzeit angebotenen Geräten eigentlich gleich sind. Soll heißen: der Konsument weiß zwar ansatzweise schon, was er bekommt, kann aber nix damit anfangen, weil er nicht weiß, wie es funktionieren sollte. Oder besser: funktionieren könnte, wenn es denn die Funktion hätte, die man dafür braucht, aber nicht wissen kann, ob man sie auch bekommt.

 

Neulich las ich bei Amazon hinsichtlich dieses Umstands, dass der derzeit geneigte Konsument seine Knipskiste nebst Zubehör dann doch am liebsten als Livestyle-Item sieht. Da muss die Marke und das Design stimmen und bestenfalls zur Garderobe, Frisur und Wagenfarbe passen. Das wird gerne bewertet. Bei Amazon wird’s rezensiert und einige sind sogar der Meinung, dass sie über ein Produkt eine Rezession schreiben (was angesichts des rezensierten Produkts dann auch nicht verwundert…). Was drin ist im Paket und was es kann wenn’s denn was kann, spielt wohl bei den wenigsten Benutzern eine übergeordnete Rolle.

 

Ich gebe zu, dass auch ich erst mal überhaupt nicht wusste, was mich mit einer digitalen Spiegelreflexkamera erwartet. Ich habe lange gebraucht, mich durch die vielen Funktionen zu wursteln um sie für mich nutzbar zu machen. Hier war aber der entscheidende Vorteil ersichtlich, dass Pentax die K-7 mit „Vollausstattung“ konzipiert hat. Bei dem Teil bleiben keine Fragen und – bis auf das Rauchverhalten des Bildsensor – Wünsche offen. Neulich hatte ich interessehalber mal nach den erhofft erschwinglichen Nachfolgern (K-3 und KP) geäugelt. Die können natürlich ganz erstaunliche Dinge. Vor allem hinsichtlich des bei digitalen Kameras ohnehin negatives Aufsehen erregende Rauschverhaltens bei hohen ISO-Werten.

Die Dinger haben aber keine Fernauslöser-Eingangsbuchse. Und auch keine PCM-Ausgangsbuchse. Den in meinen Augen als Elektroschrott zu bezeichnenden technologischen Sondermüll soll man heutzutage drahtlos mit ’ner Bimmeläpp steuern können. Anfangs gefiel mir der Gedanke. Ich bin mir aber sicher, dass das ’ne Totgeburt für mich wäre, weil ich spätestens dann eine neue Binmel bräuchte, die draussen dann mit ’nem 25KAh Powerpack gefüttert werden müsste, damit die knapp den Tag überleben kann. Die 2 kleinen AAA Batterien meines Funkfernauslösers halten dagegen ungefähr 3 x 24/7  (im Dauerbetrieb …). Vom Gewicht reden wir jetzt nicht. Und es stellt sich auch nicht die Frage, ob diese moderne WiFi-Steuerung mit der Bimmel Sinn macht. Die Frage erübrigt sich spätestens dann, wenn ein Telefongespräch geführt wird. Und wenn es dann noch schweinekalt draußen ist … So’ne Bimmel hält das auf Dauer nicht ernsthaft durch.

 

In der Panoramafotografie ist ein zuverlässiger Fernauslöser deshalb ein sehr zweckhaftes und somit nicht nur wünschenswertes sondern elementar erforderliches Hilfsgerät. Vor allem, wenn man mit dem Standpunkt der Kamera etwas höher gehen will oder muss. An den Auslöser der Kamera kommt man dann mit der Hand nicht mehr dran. Ich kann mir auch nicht beim besten Willen vorstellen wollen, meine sperrige Bimmel in der rechten Kralle anzutackern und nur mit der linken den Stativkopf zu bewegen in der Hoffnung, dass der gesamte Aufbau sich nicht verschiebt. In der Panoramafotografie zählen definitv andere Werte als der neumoderne Schickimickischeiß, den man den Leuten mit den Geräten der neuen Generation aufzuschwatzen versucht. Keiner braucht so’n Mist. Ganz das Gegenteil ist sogar der Fall: das Altbewährte wird schlichtweg ersatzlos entfernt. Eine Bimmelapp ist nämlich kein ernst zu nehmender Ersatz für einen klassischen Funk- oder Kabel-Fernauslöser.

 

Was denken sich die Hersteller, dass sie solch rudimentären Anschlüsse einfach weglassen und sich dem Unsinn des Neumodernen hingeben müssen, nur weil die Masse der verstrahlten Konsumenten nach so einem Scheiß verlangt? Diese Draufrumtatschbildschirme sind genauso über. Wieso muss ich mit den Fingern auf einem Bildschirm rumpatschen? Die Kamera hat reichlich Knöppe und Regler, die ich erreiche und einstelle wenn ich der Meinung bin, das tun zu müssen. Und die kamerainternen Einstellungen mache ich über die sinnvoll gestaltete und benutzerfreundliche weil logische Menüführung. Bei Kälte würde ich meine Handschuhe ausziehen müssen, um dieses Rumgepatsche auf dem Bildschirm machen zu können, nur um irgendwas nachzustellen. So ein Blödsinn. Wer denkt sich so einen unnützen Scheiß aus? Wahrscheinlich hat irgendeiner mit diesen kranken Gedanken angefangen und die Bedienfunktionen einer Mobilbimmel auf eine Kamera versucht zu portieren, weil das Nutzererlebnis dann wohl Multimedial sein könnte oder so. Ich bin kein Marketingexperte. Aber der, der das verbrochen hat, hat nicht allein sinnvolle weil gerätespezifische Bedienungsfunktionen und daraus entstehendes praktisches und vernünftiges Nutzerverhalten im Auge gehabt, sondern lediglich das völlig behämmerte und nach überflüssigem technischen Schnickschnack gierende Mainstreamverhalten der beratungsresisten Fratzebuck-Kandidaten, die auf das Immer-dabei-und immer-draufglotz-Händie nicht mehr verzichten können und das blöde Scheißding am liebsten überall eingebaut wüssten. Hier würde sich jetzt der Kreis wieder zur Mikrowelle hin schließen.

 

Weil ich also nicht wusste, was ich mit einer richtigen Kamera alles so anstellen kann, musste ich komplett umdenken und natürlich lernen. Darauf hatte ich am Anfang natürlich erst mal verzichtet. Nicht wegen der grünen Taste. Die hatte ich nie benutzt. Heute denke ich anders darüber. Weil mir wegen falschem Stolz die Motive – salopp formuliert – einfach abgehauen sind. Ich hatte am Anfang nicht wirklich ernsthaftes Interesse, ALLES aus der Knipse rausholen zu wollen. Von den meisten Einstellungen und Abhängkeiten derer untereinander hatte ich eh viel zu wenig Ahnung, und eine fundierte handwerkliche fotografische Grundausbildung fehlte mir ohnehin. Das, was ich jetzt weiss, habe ich mir im Laufe der Zeit dann mit wachsendem Interesse ganz in Ruhe angelesen, aber nicht studiert, weil ich keinesfalls vorhabe, da eine Wissenschaft draus zu machen. Sonst geht definitiv der Spaß bei drauf. Das wäre so, als wenn man sein Hobby zum Beruf machen würde. Andersrum könnte ich mir das vielleicht einfacher vorstellen. Bin aber selber froh, dass ich mit meinem erlernten ehrwürdigen Handwerksberuf nicht mehr gezwungen bin, mich und andere zu ernähren.

Die ersten Versuche

machte ich mit der K-7 und dem 18-55 Kitobjektiv aus der Hand. Die so aufgenommenen Zylinderpanoramen waren im Ergebnis für meine laienhafte Vorstellung schon recht ansehnlich. Und wie sich später zeigen sollte, war die Technik auch durchaus in Richtung Kugelpanografie ausbaufähig. Dazu musste ich aber aufrüsten. Und begann meine dafür nötigen Anschaffungen dann auch erstmal preisbewusst auszuwählen. Wenn man rumtüftelt um auszuprobieren, ob das gewählte Genre einem tatsächlich neue Lebensqualität beschert, sollte man nicht direkt in die Vollen greifen. Wenn die Erkenntnis kommen sollte, dass man selbst ein sprichwörtlicher Blindgänger ist, wird man den zuvor teuer bezahlten und dann überflüssigen Plunder nur mit erheblichem Verlust wieder los. Aufrüsten kann man nach erfolgreichem Einstand ja immer noch. Und dann können die zuvor günstig erworbenen Zubehörteile modifiziert und optimiert ggfls. auch noch einem anderen Zweck dienen.

 

Für die Kugelpanografie erwarb ich das Pentax 10-17mm Fisheye Objektiv. Ein Velbon-Stativ mit schwenkbarer Mittelsäule hatte ich schon. Allerdings war die Mittelsäule ab Werk verbogen und nicht präzise genug, um mit einem Panokopf einen 360° Schwenk exakt horizontal auszuführen. Das hatte ich aber auch erst später herausgefunden und das Velbon gegen ein Mantona ausgetauscht.

 

Mit dem ersten Panoramakopf, den ich geschenkt bekommen habe, hatte ich dann hochmotiviert also mein erstes Kugelpanorama im Schloßpark Herten gemacht. Ganz stolz war ich auf das Ergebnis. Das ich mittlerweile „archiviert“ habe, weil es nach heutigem Stand der Dinge so gar nicht gepasst hat. Die deutlich sichtbaren Bildfehler dieses ersten Kugelpanoramas habe ich zum Anlaß genommen herauszufinden, wo denn wohl der Hase im Pfeffer liegt. Mit der Materie war ich seinerzeit nicht wirklich intensiver vertraut und ich konnte mir auch erst nicht erklären, wie es zu diesen schrecklichen Bildfehlern kommen konnte. Ich hatte doch alles so gemacht, wie man es in den Erklärvideos sehen konnte. Ich habe aber auch nicht aufgegeben und dann an der handwerklichen Ausführung und den technischen Abhängigkeiten geschraubt. Der wichtigste Parameter war dabei dann tatsächlich die absolut präzise Einstellung des Nodalpunktes, um den ominösen Parallaxenfehler zu vermeiden.

 

Die gewonnenen Erkenntnisse und notwendigen Optmierungen des Equickmänts ließen mich dann mein zweites Kugelpanorama im herbstlich-bunten Park hinter dem Haus Goldschmieding in Castrop-Rauxel erstellen. Und siehe da: jetzt funktionierte es!!

 

Bei näherer Betrachtung stellte sich dann heraus, dass meine bis dahin gebauten Kugelpanos die nicht zu unterschätzende Problematik des fast unbeherrschbaren Kontrastumfangs hatten…

Übung hilft

Das hat auch bei den anderen von mir ausprobierten Spielarten – z B. in der Makrofotografie – stetige Verbesserungen bewirkt. Nur fehlte es bei der Panoramafotografie an geeigneten Motiven. Die, die ich bisher panografiert hatte, konnten mit dem Standort trumpfen. Ich wollte nämlich nicht einfach nur ein Kugelpano von irgendwas machen. Das ist einfach. Mir ging es vielmehr darum, den geeigneten Standort an einem Motiv zu finden, bei dem das Pano dann auch als „Abwicklung“ der Kugel – also in planarer Ansicht – gut aussieht. Soll heißen: als planare Ansicht nicht direkt als Kugelpano wahrnehmbar. Was natürlich aufgrund der starken Verzerrungen im Boden- und Zenitbereich nicht wirklich funktionieren kann. Aber doch grundsätzlich bei der richtigen Wahl des geeigneten Standorts einigermaßen gut gelingt.

 

Und vor allem aufgrund des von mir noch nicht beherrschbaren Kontrastumfangs übte ich also erst mal mit

Innenraumpanos

Vorzugsweise dort, wo ich mich frei bewegen konnte. Das ist üblicherweise in den eigenen vier Wänden. Die zudem auch noch unterschiedlich groß sind und vor allem durch das zur Verfügung stehende Licht eine Herausforderung für mich waren.

Wie hier im Spielzimmer:

 

Ich stieß dann auf das nächste Problem: den ominösen Parallaxenfehler, der ein sauberes zusammennähen (stitchen) der Einzelbilder in PTGui verhindert hat. Was ursächlich an einer unsauber eingestellten Kopfmontierung gelegen hat. Der bis dahin von mir benutzte PANOSAURUS hatte mir sehr wohl den besten Dienst erwiesen. Aber ich war nicht in der Lage, den soweit an die Kamera/Linsen-Kombi anzupassen, dass PTGui damit auch fehlerfrei umgehen kann. Nähere Untersuchungen des Kopfes haben dann ergeben, dass die Rotation quasi eiert. Also die optische Mitte während der 360° Kreisbewegung wie bei einer Wellenbewegung leicht von der horizontalen Mittellinie abweicht.

 

Den PANOSAURUS habe ich dann für ein selbstgebautes Hochstativ umgestrickt. Und da funktioniert der echt prima.

 

Ich habe mich nach meiner ernüchternden Erkenntnis hinsichtlich der mangelhhaften Präzision des PANOSAURUS dann nach einem neuen und vor allem bezahlbaren Panoramkopf umgesehen. Für die vollautomatischen, also motorgetriebenen Köpfe hatte ich zwar schon länger ein Faible entwickelt. Die Dinger sind aber für mich unbezahlbar. Ausserdem musste ich mir bei der Wahl des Kopfes selbst eingestehen, dass die manuelle Panografie dann doch vielmehr Spaß macht, als wenn man nur Knöpfchen drückt. Für professionelle Panografen mag das sinnvoll sein, um schnell ans Ziel und dann ans Geld zu kommen. Für mich scheidet diese Option aus. Schon allein deshalb, weil ich bei der manuellen Herstellung viel mehr Handgriffe und Überlegungen selbst anstrengen muss und dabei auch die Angelegenheit als solche intensiver erlebe und erlerne.

 

Der neue Panokopf hat den gewünschten Effekt zuerst auch nicht gebracht. Dafür konnte ich aber eine deutliche Erleichterung bei der Drehung mit Hilfe von Raststellungen feststellen. So war ich in dann der Lage, ohne Markierungen beachten zu müssen, den Kopf zügig zu drehen und zu schwenken. In Innenräumen und bei den darin gleichbleibenden Gegenheiten ist das eigentlich unerheblich, erleichtert den Vorgang aber ungemein und lässt Konzentrationsfehler und dadurch fehlende Bilder zur Historie werden.

 

Und den aufgrund optischer Phänomene anscheinend natürlichen Parallaxenfehler kann ich mit dem neuen Kopf jetzt auch schneller anpassen.

 

Bei großen Räumen bzw. weiter entfernten Motivkanten (in bzw, bei denen die Stitching-Fehler regelmäßig nicht auftraten) habe ich die passende Einstellung gefunden. Bei engen Räumen bzw. nahe liegenden Motivkanten ist eine leichte Korrektur nach hinten erforderlich. Soweit ich das herausfinden konnte, liegt das wohl ursächlich am Fischeye-Objektiv. Wie auch immer: eine Korrektur um 2 mm nach hinten behebt den Fehler im Nahbereich.

 

Die Einstellungen mit der Parallaxenverschiebung habe ich dann an allen dafür in Frage kommenden Objektiven ausprobiert. Dabei ging es mir auch um die Frage, mit welchen Objektiven ich denn überhaupt Panoramen herstellen kann. Mit dem Fisheye war die Sache klar. Mit dem Ding brauche ich im günstigsten Fall nur insgesamt 9 Einzelbilder (1 * Zenit  – 6 * horizontal im Kreis – 1 * Nadir – 1 * Stativstandort). Sicherheitshalber mache ich für Zenit und Nadir 2 * um jeweils 90° gedreht.

 

Aber was ist, wenn ich der Meinung bin, dann mal ein hochauflösendes Kugelpano zu machen? Das Fisheye scheidet da bauartbedingt aus. Und wegen der vergleichsweise nur wenigen Einzelbilder aufgrund der speziellen Brennweite ist ein hochauflösendes Pano damit nicht möglich.

 

Mit dem 35er Makro sollte das allerdings möglich sein. Aber dann werden schnell 31 Einzelbilder fällig.

 

Genauso verhält sich das auch mit dem 16-85 bis max. 50 mm Brennweite. Über die 50 mm hinaus gibt es auf dem Panoramakopf keine Raststellung mehr. Soll heißen: Gigapixel-Panoramen sind mit Telebrennweiten dann nur noch mit entsprechenden Robotern möglich und erzeugen bis zu mehrere hundert Einzelbilder und in seltenen Fällen werden sogar einige tausend Bilder für ein einzelnes planares Panoramabild aufgenommen Kugelpanoramen sind mit dieser Technik vermutlich ausgeschlossen. Mir ist zumindest nicht bekannt, dass jemand am oder im Grand Canyon stand um ein Gigapixel-Kugelpanorama zu bauen. Die hochauflösende Abbildung wird auch nur für planare Panoramen verwendet. Ein planares Panorama kann sich als großes Bild eines Motivs vorstellen. Im Makrobereich werden deshalb auch Panoramabilder hergestellt, um noch mehr Schärfe und Detailreichtum herauszukitzeln. Dafür bedarf es allerdings des nötigen HighTech-Equickmänts und ist – wie vermuten lässt – für den unbedarften Hobbyknipskistendompteur schlichtweg unbezahlbar.

 

Und sowas von Hand nur mit einem auf das Stativ gepflanzten Panoramakopf zu bewerkstelligen ist sowieso so gut wie undenkbar, weil man die Überlappungen der Einzelbilder schon während der Änderung der Kopfposition nicht ausreichend präzise hinbekommt. Und das schon gar nicht innerhalb mehrerer Reihen und schon gar nicht innerhalb eines sinnvollen Zeitraums.

 

In Innenräumen werden vorzugsweise nur dann hochauflösende Kugelpanoramen hergestellt, wenn der Raum das aufgrund seines Detailreichtums auch hergibt. Sakralbauten und Schlösser wären da solche Motive, bei denen sich der Aufwand dann auch lohnen würde und u. U. auch noch manuell zu bewerkstelligen wäre.

Außenpanos

Hier liegt die Schwierigkeit definitiv zuerst in der ästhetischen Standortwahl und dann natürlich auch in den zu erwartenden Kontrastunterschieden, die vor allem bei Tageslicht bzw. direkter Sonneneinstrahlung zu bewältigen sind.

 

Wobei Außenpanos sicher leichter anzufertigen sind, weil man grundsätzlich niemanden fragen muss, ob man das darf.

 

Für (interessante) Innenräume bedarf es regelmäßig der Zustimmung des Eigentümers. Es sei denn, man verschafft sich Zutritt und hofft, dass man unbemerkt bleibt. Ich hab das aber schon deshalb (fast) noch nie ausprobiert, weil das mitgeführte erforderliche und insgesamt doch recht sperrige Equickmänt dann die potentiell zu erwartende Flucht deutlich behindern würde. Und wenn ich doch mal unerlaubt fotografieren muss, dann achte ich schon darauf, dass mich niemand dabei erwischen kann.

Technik hilft

Wie oben bereits erwähnt lag es mir vor allem aus Kostengründen fern, mich mit sündhaft teurem Equckmänt auszurüsten, um meinem Faible zu frönen. Doch es ergab sich am 13.08.2019 durch einen von mir gewollten Zufall, dass ich von Amazon als Produkttester eingeladen worden bin. Was anfangs – also etwa 1/2 Jahr lang – bei mir mangels interessanter Produkte zu keiner weiteren Erheiterung geführt hatte. Bis dann das Schatzi (sie hat meinen uneingeschränkten Kontozugriff) irgendwann mal ein Testprodukt bestellte und eine Rezension dazu verfasst hat. Das hat den Stein dann ins rollen gebracht und ab dem Zeitpunkt – so etwa ab Januar 2020 – ging’s dann richtig los. Erst hat das Schatzi noch über mein Konto bestellt. Und wurde dann im Februar mit dem Geburtstagsgeschenk von Amazon überrascht, selbst Produkttester zu sein.

Aber die Sache mit der Produkttesterei ist eine andere Geschichte und soll hier keine weitere Erklärung finden.

Die zu testenden Produkte haben aber – nicht nur bei mir – zu einem ungehanten Zuwachs an fotografischem Equickmänt geführt. Darunter Stative, Halterungen, Adapter, PowerBänke, optische Filter, Speichermedien (Karten und Festplatten), Kabel, Fernauslöser und auch sündhaft teuren Geräten wie z. B. ein NIKON Fernglas STABILIZED 12X25 S (kompaktes und ultraleichtes Fernglas mit Bildstabilisierung) und seit dem 26.02.2025 eine DJI Osmo Action 5 Pro Kamera.

2025 – Der Beginn einer neuen Ära

Die DJI Action Camera hat mir nach der mir seit 2021 aus verschiedenen unangenehmen Gründen auferlegten Fotografie-Zwangspause jetzt einen ungeahnten Zugewinn verschaftt. Denn mit den o. g. herkömmlichen fotografischen Mitteln und vor allem der unbequem schweren Ausrüstung war die Anfertigung von qualitativ hochwertigen Panoramen keine wirklich entspannende Freizeitbeschäftigung mehr. Ausserdem hat der von mir erbrachte Aufwand keinerlei Wertschätzung erfahren. Was nicht heißen soll, dass ich um Anerkennung buhle. Aber in zwei Fällen habe ich in bester Absicht und ohne einen Gegenwert zu verlangen alles gegeben, um den Betroffenen uneigennützig zu einem Mehrwert ihrer Existenzgrundlage zu verhelfen.

Im Juli 2019 habe ich eine komplette Physio-Praxis panografiert und nach der Erweiterung dann entsprechend ergänzt. Zu diesem Projekt gibt’s hier auch ’n Text.

Im August 2021 habe ich die Kleine Kunsttube meiner Nichte Beate für die virtuelle Internetz-Betrachtung panografiert.

Beide Projekte habe ich mit dem dafür entsprechenden Aufwand eines interessierten Laien dann in ein für die jeweilig angedachte Internetz-Präsenz ansehnliches Format gebracht. Und DAS hinsichtlich der Ergebnisse mit ziemlich stolzgeschwellter Brust (die mittlerweile bereits wieder etwas verfettet ist …) . Die aber nur ICH mit mir und vor mir hertrug. Die Beteiligten waren sich des Mehrwerts nicht bewusst. Was nicht zuletzt daran gelegen haben wird, dass die keine Ahnung vom Genre und dessen Wirkung haben. Ich habe mich dann damit getröstet, dass nicht alle Menschen Kugelpanos toll finden.

Was aber nicht dazu geführt hat, dass ich mich weiterhin mit Panoramen beschäftigen wollte. Dazu war der Aufwand dann doch zu groß, um zu ansehnlichen Resultaten zu kommen, die das eigene Herzchen gelegentlich höher hüpfen lassen würden.

Das sollte die kleine Mini-Knipskiste dann ändern.

Neue Technik macht es einfacher

Meine ersten Trockenübungen im residenzialischen Thronsaal waren durchaus vielversprechend.

Und nach der Optimierung des 3 Meter langen Einbein-Hochstativs waren die ersten Versuche im Feld – genauer: auf dem Areal der Akadamie Mont Cenis in HER-Sodingen (siehe auch AKADEMISCH und STONEHENGE) – dann für meine Ansprüche absolut überzeugend. Schon allein deswegen, weil PTGui die zunächst aus aus einer Video-Sequenz generierten Einzelbilder (im JPEG-Format) fast fehlerfrei zu einem Zylinderpano zusammennähen konnte.

Für ein Kugelpano hat die Brennweite noch nicht ausgereicht. Auch die Aufnahmetechnik steckte noch in den Kinderschuhen. Das selbstgestrickte Hochstativ muss ja mit der Hand um seine eigene Achse gedreht werden. Und dabei MUSS das Stativ IMMER lotrecht stehen. Eine Herausforderung an die motorischen Fähigkeiten des Knipskistenartisten und sicher nichts für schwache Nerven und/oder Techniklegastheniker. Aber auch DAS sollte sich dann bei weiteren Experimenten und nachfolgenden Expeditionen ändern, denn wie oben schon erwähnt ist auch hier die Übung zielführend. Interessant bei dieser Technik ist, dass ich mit dem Smartphone die Sichtkontrolle desseen übernehme, was die Linse der in drei Meter Höhe aufgepflanzten Mini-Cam sieht. Starker Wind ist allerdings für den filigranen Aufbau qualitätsmindernd, um es mal in freundliche Worte zu fassen. Schlimmstenfalls muss man die Drehung abbrechen und abwarten, bis die Böen eine Pause machen.

Eine Drehung bedarf maximal 30 Sekunden und ist damit im Zeitbedarf deutlich kürzer, als wenn man nach alter Väter Sitte mit einer DSLR und einem Fish-Eye-Objektiv auf einem Panoramakopf und einem bestenfalls drahtlosen Fernauslöser mehrere Runden machen muss. Was durchaus in Innenräumen seine Berechtigng erhält, weil die herkömmliche Technik dann doch zu besseren Ergebnissen führt.

Das jetzt für Aussen-Panoramen (und vielleicht auch für nicht ganz so anspruchsvolle Innenraum-Panos) erforderliche Equickmänt ist also nun erfreulich überschaubar und leichtgewichtig und vor allem mal eben schnell in den Einsatz zu bringen und zu positionieren. Das war mit dem zuvor herkömmlichen Plunder (schweres Dreibein mit schweren Panokopf und schwerer DSLR) draussen im Feld und auf der Heidi nicht so einfach zu realisieren.

Ein weiteres Experiment bei einer Expedition, die Schloß Lembeck zum Ziel hatte, hat dann alle meine Erwartungen übertroffen.

Der für dieses fotografische Genre naturgemäß vergleichsweise als erheblich zu wertende und nachfolgend erläuterte

Nachbearbeitungsaufwand

war zwar immer noch da, hielt sich aber insoweit in Grenzen:

– je nach Volumen der Bildsequenz kommen so zwischen 30 und 60 Einzelbilder zusammen, die die Mini-Cam als DNG (also Rohformat) speichert und die zunächst im RAW-Konverter (ACR = Adobe Camera RAW) passen nachbelichtet werden

– die in der Belichtung nachkorrigierten Quelldateien werden im TIF Format mit allen META-Daten exportiert

– PTGui kann die vielen TIF Dateien schnell einlesen und zu einem Pano zusammenrechnen

– das Ergebnis wird dann als TIF gespeichert, sofern man mit dem Flächenbild zufrieden ist

– will man ein Kugelpano, muss man in PTGui das Pano exakt so verdrehen und verschieben, bis die fehlenden Bereiche bearbeitbar erscheinen

– in Photoshop werden dann über „inhaltsbasiertes Füllen“ die Bereiche ergänzt und das Ergebnis danach nochmal von Hand korrigiert

– das ergänzte TIF wird wieder in PTGui geladen, als äquirektangulares Pano definiert, in eine passende Betrachteransicht zurückgedreht und als EndPano gespeichert

– mit dem Endergebnis kann man dann beliebig rumhantieren

– z. B. direkt in den Pano-Betrachter einfügen und ’ne Pano-Tour draus bauen

– oder, falls das Motiv das hergibt, das Foto im DAP zum Bild malen lassen und dann mit den gegebenen Möglichkeiten entsprechend mehr oder weniger aufwändig nachbefummeln

Bei der Korrektur für das Kugelpano kann ich die neuartigen Fähigkeiten von Photoshop nutzen und die fehlenden Bereiche im Boden und Himmel durch die weitestgehend brauchbare Funktion der inhaltbasierten Füllung ergänzen. Das erspart mir den draussen manuell zu erbringenden Aufwand der zweiten und vielleicht auch dritten Runde bei der Aufnahme. Und wenn man nicht genau hinguckt, fallen die Stitching-Fehler in den entsprechend künstlich aufgefüllten Bereichen auch nicht wirklich störend auf.

Es sei denn, man ist pingelig.

Und ich BIN pingelig.

Aber ich muss für das Endergebnis den Aufwand gegenhalten.

Und DER rechtfertigt ein nicht wirklich gut gelungenes Bodenbild, was man im Ernstfall dann immer noch im Pano-Betrachter bzw. der Pano-Tour ausblenden kann.

Bei der Betrachtung des Flächenbildes fällt ein unhomogenes Bodenbild sowieso schon gar nicht mehr auf.

 

Ü-5

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°ort °

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°meinung °

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°nachtrag °

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°bilder °:

 

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